Tag der Pflege – 12. Mai

IND2021: Für eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft

COVID-19 hat unser Leben verändert. Die Pandemie hat tiefe Auswirkungen auf diejenigen, die infiziert wurden, und auf diejenigen, die durch dieses verheerende Virus Angehörige verloren haben. Die Pandemie hat auch das Leben der Pflegefachleute und die Gesundheitssysteme, in denen sie arbeiten, stark beeinflusst. Der Kerncharakter der Pflege hat sich nicht verändert, auch wenn der Alltag anders wurde.

Der International Council of Nurses (ICN) hat den Internationalen Tag der Pflege 2021 (#IND2021) unter das Motto "Nurses: A Voice to Lead - A vision for future healthcare" gestellt. Er befasst sich mit den Herausforderungen, denen sich die Pflege stellen muss, und fragt, wie der Berufsstand die Gesundheitsversorgung transformieren wird.

Mehr denn je werden Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft von den Pflegefachpersonen beeinflusst, die an vorderster Front gegen COVID-19 kämpfen und gleichzeitig den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und erschwinglichen Gesundheitsversorgung weiter verbessern.

Als Folge von COVID stehen die Gesundheitssysteme und die Gesundheitsversorgung unter enormem Druck. Als Reaktion auf diesen Druck steht das Gesundheitswesen vor einer  Umbruch. Innovationen sind zwingend. Der ICN ist überzeugt, dass die Pflegefachpersonen als grösste Leistungserbringer im Gesundheitssystem führend bei dieser Revolution der Gesundheitssysteme sein müssen.

icnvoicetolead.com

Factsheet 1: Covid-19 Infektionen und Todesfälle von Pflegefachpersonen und anderem Gesundheitspersonal

Der ICN fordert seit Mai 2020, dass Daten zu Covid-19-Infektionen und -Todesfällen beim Gesundheitspersonal systematisch und standardisiert erhoben werden. Diese Zahlen könnten dazu beitragen, den Schutz der PatientInnen und der GesundheitsarbeiterInnen (Health Care Workers HCW) zu verbessern.
Nur in wenigen Ländern werden diese Daten jedoch konsequent erhoben (auch in der Schweiz nicht). Der ICN hat die nationalen Pflegeverbände darum gebeten, ihnen verfügbare Zahlen zu melden.

  • bis am 31. Dezember 2020, wurden in 34 Ländern über 1.6 Millionen GesundheitsarbeiterInnen mit Covid-19 infiziert
  • Bis Ende Januar wurden aus 59 Ländern 2710 Todesfälle von Pflegefachpersonen gemeldet.
  • Durchschnittlich 6-10 Prozent aller gemeldeten Covid-19-Ansteckungen betreffen HCW, in einzelnen Fällen betrafen 30 Prozent der Infektionen HCW.
  • In vielen Ländern infizieren sich die Pflegefachpersonen von allen Gesundheitsberufen am meisten. In Mexiko beträgt ihr Anteil 41 Prozent aller infizierter Gesundheitsfachpersonen.

Factsheet 2: Stress und Burnout bei Pflegefachpersonen

Im Januar 2021 macht der International Council of Nurses ICN auf die Auswirkungen des Covid-19 Pandemie aufmerksam. Der ICN spricht von einer Massentraumatisierung der Pflegefachfachpersonen. Er verlangt von der Regierungen und Entscheidungsträgern sofortige Massnahmen, um die Pflegenden zu unterstützen und ihre Anliegen anzugehen.

Der Covid-Effekt, warnt der ICN, könnte das Pflegepersonal auf globaler Ebene langfristig massiv gefährden und mit ihm die Gesundheitsversorgung.

  • Fast 80 Prozent der nationalen Pflegeverbände meldeten massive Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die psychische Gesundheits der Pflegefachpersonen. Dazu gehören Angst, das Virus wegen mangelnder persönlicher Schutzausrüstung zu verbreiten, hohe Arbeitsbelastung, zunehmende Gewalt gegen und Diskriminierung von Pflegefachpersone, post-traumatische Stresssymptome usw.
  • Der ICN befürchtet, dass der Covid-Effekt den  (schon bestehenden) globalen Mangel an Pflegefachpersonen massiv verstärken will. Er rechnet mit einem Mangel von bis zu 13 Millionen Pflegefachpersonen bis 2030.
  • 20 Prozent der japanischen Pflegefachpersonen gaben an, Opfer von Diskriminierung geworden zu sein.
  • In den USA fühlten sich 64% der Pflegefachpersonen überfordert, 67% gaben an, dass sie unter Schlafproblemen leiden.

Factsheet 3: Mangel an Pflegefachpersonen und Erhalt des Personalbestands

Weltweit gibt es ca 28.8 Millionen Pflegefachpersonen. Schon vor der Covid-Pandemie gab es einen Mangel von 5.9 Millionen Pflegefachpersonen. Fast 90 Prozent davon in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen.

  • 1 von 6 Pflegefachpersonen wird in den nächsten 10 Jahren pensioniert. Das bedeutet, dass 4.7 Millionen neue Pflegefachpersonen ausgebildet werden müssen.
  • Aufgrund des bestehenden Personalmangels, der Alterung der Pflegefachpersonen und dem wachsenden Covid-19-Effekt schätzt der ICN, dass bis 2030 bis zu 13 Millionen Pflegefachpersonen fehlen werden.
  • 20 Prozent der nationalen Pflegeverbände geben an, dass ein immer grösserer Anteil von Pflegefachpersonen den Beruf verlässt. Die Covid-Pandemie könnte dazu führen, dass eine zunehmende Zahl von Pflegefachpersonen aussteigen will.
  • 90 Prozent der nationalen Pflegeverbände befürchten, dass Arbeitslast, Burnout und Stress aufgrund der Pandemie dazu führen werden, dass mehr Pflegefachpersonen aussteigen wollen oder schon ausgestiegen sind.

Allgemeine Informationen zum internationalen Tag der Pflege

Der «Internationale Tag der Pflege» wird von Pflegefachpersonen weltweit am 12. Mai gefeiert, dem Geburtstag von Florence Nightingale, die als Begründerin der professionellen Krankenpflege gilt. Der ICN (International Council of Nurses) legt jedes Jahr ein Schwerpunktthema fest. Die aktuelle internationale Kampagne «Nurses: A Voice to Lead» fördert die Beteiligung der Pflegefachpersonen in Entscheidungsgremien und in der Politik (mehr unter www.icnvoicetolead.com). 

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