Schichtarbeit

Die Gewerkschaften mussten hart für den Übergang von 12- zu 8-Stundenschichten kämpfen. Nun scheint sich das Zweischichtsystem schleichend wieder auszubreiten, oft auf Wunsch der Mitarbeitenden. Die Gründe dafür sind vielfältig: längere Arbeitswege, mehr GrenzgängerInnen, Mangel an Kinderbetreuungsangeboten, Zunahme der Arbeitsbelastung.

Noch unbeliebter sind die vor allem in der Langzeitpflege anscheinend unausrottbaren geteilten Dienste. Allerdings verletzen solche Schichten in vielen Fällen das Arbeitsgesetz. Die Auswirkungen auf die Patientensicherheit und auf die Gesundheit des Personals liegen weitgehend im Dunkeln.

Der SBK setzt sich für gesundheits- und und sozialverträgliche Arbeitszeitmodelle ein, auch zur Wahrung von Pflegequalität und Patientensicherheit.

12-Stunden-Nachtschichten

Der SBK hat gemeinsam mit dem VSAO und dem VPOD erreicht, dass 12-Stunden-Nachtschichten nur unter derart restriktiven Voraussetzungen zulässig sind, dass sie im Akutbereich praktisch ausgeschlossen sind. Die entsprechende Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz ist am 1.1. 2010 in Kraft getreten (Art. 10 ArGV2).

Maximale Anzahl aufeinanderfolgende Arbeitstage

Die Verbände konnten ebenfalls sicherstellen, dass die Verlängerung der maximalen Anzahl aufeinanderfolgender Arbeitstage von sechs auf sieben nur unter der strikten Bedingung erlaubt ist, dass unmittelbar im Anschluss daran mindestens drei aufeinander folgende freie Tage gewährt werden (Art. 7 Abs. 2 ArGV2).

Sonntagsarbeit

Im Gesundheitswesen ist Sonntagsarbeit (wie Nachtarbeit) unausweichlich.
Damit der Sonntag nicht zum Werktag wird, also zur Normalität, engagiert sich der SBK entschieden gegen eine Deregulierung der Ladenöffnungszeiten. Verliert die Sonntagsarbeit ihren Ausnahmecharakter, besteht kein Grund mehr für diesbezügliche Zulagen und Zeitkompensationen.

Ferienlohn

Gemäss einem Bundesgerichtsentscheid haben ArbeitnehmerInnen, denen aufgrund der Gestaltung ihrer Arbeitszeit (also v.a. Abend-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit) in wiederkehrender Weise und über längere Zeit Lohnzulagen, Inkonvenienzentschädigungen o.ä. bezahlt werden, Anspruch darauf, dass ihnen diese Zulagen auch auf den Ferienlohn ausgerichtet werden. (BGE 132 III 172)

Es ist also nicht zulässig, für die Ferienzeit nur den Grundlohn auszurichten. Mögliche Ausnahmen bestehen bei Anstellungsverhältnissen, die öffentlich-rechtlich geregelt sind. Diese Rechtsprechung wird immer noch nicht flächendeckend umgesetzt. Bei Bedarf hilft Ihnen der SBK bei der Klärung der Frage, ob Ihr Ferienlohn richtig berechnet ist, bzw. bei der Durchsetzung allfälliger Ansprüche.

Mutterschaftsschutz

Weil viele Betriebe des Gesundheitswesens den Bedürfnissen von Mitarbeiterinnen, die ein Kind bekommen, immer noch nicht gerecht werden, führt die Mutterschaft für viele Pflegefachfrauen zum Karriereknick oder gar zum Ausstieg aus dem Beruf.
Der SBK setzt sich, auch via Rechtsschutz, gegen diese stossende Diskriminierung schwangerer Mitarbeiterinnen ein. Mit seinen Sektionen kämpft er für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Schwangerschaft und Mutterschaft unterstehen einem komplexen Gefüge von Vorschriften. Um ArbeitnehmerInnen und -geberInnen den Durchblick zu erleichtern, empfiehlt der SBK das von der Gewerkschaft travailsuisse entwickelte Instrument «mamagenda».  

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