Neues Coronavirus: Informationen für Gesundheitsfachpersonen

(-> Diese Seite ist eine Kopie der entsprechenden Webseite des BAG, Stand 18. März 2020)

Dokumente für Gesundheitsfachpersonen

Hier finden Sie die aktuellen Dokumente mit Empfehlungen und Informationen sowie die wichtigsten Links.

Verdachts- und Meldekriterien sowie Meldeformular

Die Verdachts- und Meldekriterien passen wir regelmässig der aktuellen Situation an. Beachten Sie deshalb die Angaben im PDF «Verdachts-, Meldekriterien und Probeentnahme» auf der Seite Meldeformulare (unter COVID-19 Meldung).

Adressliste der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (PDF, 63 kB, 02.03.2020)

Schutzmassnahmen

Aufgrund der weltweiten Verbreitung von SARS-CoV-2, ist Schutzmaterial momentan schlecht erhältlich. Deshalb muss mit Schutzmaterial sorgsam umgegangen werden. Es soll primär zum Schutz von Gesundheitsfachpersonen, die Patienten behandeln sowie zum Schutz besonders gefährdeter Personen eingesetzt werden.

Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten

Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung (Fieber und Husten) und enge Kontaktpersonen von bestätigten Fällen sollen zuhause bleiben. Dadurch soll das Gesundheitssystem vorrangig die schweren Fälle sowie besonders gefährdete Personen versorgen können. Erkrankte, die keine medizinische Behandlung benötigen bleiben selbstständig zuhause. Sie werden getestet, wenn die Ärztin/die Ärztin dies als notwendig erachtet.

Infoline Coronavirus

Für Gesundheitsfachpersonen: +41 58 462 21 00
Täglich von 8 bis 18 Uhr

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Infektion und Risiken

Was ist das neue Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19

SARS-CoV-2 ist ein neues Coronavirus. Das Virus wurde Ende 2019 in China aufgrund einer aussergewöhnlichen Häufung von Lungenentzündungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan entdeckt.

Das Virus gehört zur selben Familie wie die Erreger des Middle-East Respiratory Syndrome (MERS) und des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS).

Die gegenwärtig verfügbaren Informationen lassen den Schluss zu, dass das Virus von Tieren auf den Menschen übertragen wurde und sich nun von Mensch zu Mensch ausbreitet. Der örtliche Ursprung ist wahrscheinlich ein Fisch- und Tiermarkt in der Stadt Wuhan, der unterdessen geschlossen wurde.

Für die Krankheit, die das Virus verursacht, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11. Februar 2020 die Bezeichnung COVID-19 festgelegt.

Welches sind die Hauptübertragungswege?

  • Bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer erkrankten Person länger als 15 Minuten weniger als 2 Meter Abstand hält.
  • Durch Tröpfchen: Niest oder hustet die erkrankte Person, können die Viren direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen gelangen.
  • Über die Hände: Ansteckende Tröpfchen aus Husten und Niesen können sich an den Händen befinden. Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt.

Das Virus wurde molekularbiologisch im Stuhl von erkrankten Personen nachgewiesen. Eine fäkale Übertragung ist daher theoretisch möglich, aber sie wurde noch nicht nachgewiesen. Nach heutigem Kenntnisstand ist Durchfall bei COVID-19 jedoch selten.

Wie kann ich das Übertragungsrisiko an meine Patienten verringern?

Die Hygiene- und Verhaltensregeln für die Bevölkerung müssen in der medizinischen Praxis strikt angewendet werden, insbesondere die Handhygiene.

Die BAG-Kampagne informiert über Hygiene- und Verhaltensregeln. Das Material kann unter www.bag-coronavirus.ch heruntergeladen und bestellt werden.

Die Räumlichkeiten müssen regelmässig mit den üblichen Desinfektionsmitteln gereinigt werden.

Welche Personen sind besonders gefährdet?

Ein erhöhtes Risiko von schweren Verläufen tritt auf bei Personen ab 65 Jahren sowie bei Personen mit folgenden Vorerkrankungen:

  • Bluthochdruck
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs

Welche Strategie wendet der Bund an, um besonders gefährdete Personen zu schützen?

Die Ziele des Bundes sind:

  • Die Ausbreitung der Epidemie verlangsamen
  • Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko (besonders gefährdete Personen) schützen
  • Dem Gesundheitssystem ermöglichen, die schweren Fälle zu versorgen

Die Strategie basiert auf dem Distanzhalten (engl. social distancing), damit besonders anfällige Personen geschützt werden können und zugleich das Sozial-, Geschäfts- und Wirtschaftsleben aufrechterhalten werden kann:

  • Das Gesundheitssystem versorgt vorrangig die schweren Fälle sowie besonders gefährdete Personen
  • Das Gesundheitspersonal ist geschützt
  • Erkrankte, die keine medizinische Behandlung benötigen, werden nicht getestet und bleiben freiwillig zu Hause.

Quels sont les symptômes du COVID-19 ?

Les symptômes sont très variables et non spécifiques. Il peut en effet n’y avoir que de la toux ou que de la fièvre. Mais parmi les personnes qui n’ont que de la toux actuellement, la plupart n’ont pas le coronavirus. La probabilité que ce soit un coronavirus augmente nettement si la toux est accompagnée de fièvre, ou en tout cas de symptômes généraux tels que fatigue et douleurs musculaires.

Ab wann ist eine Person ansteckend?

Bei den meisten viralen Atemwegsinfektionen wird angenommen, dass Infizierte dann am ansteckendsten sind, wenn sie die stärksten Symptome aufweisen. Noch ist nicht sicher, ob asymptomatische Personen mit einer SARS-CoV-2-Infektion ansteckend sind oder wie lange vor dem Auftreten der Symptome eine Ansteckungsfähigkeit besteht.

Nach derzeitigen Kenntnisstand scheinen asymptomatische Patienten jedoch nicht der Haupttreiber der Ansteckungen zu sein.

Vorgehen in der Praxis

Welches ist das empfohlene Vorgehen bei einer Person, deren Symptome mit COVID-19 vereinbar sind?

  1. Legen Sie der Patientin/dem Patienten sofort bei Ankunft in der Praxis eine Hygienemaske an.
  2. Isolieren Sie die Patientin/den Patienten in einem Raum, der sich gut lüften lässt.
  3. Für die den Patienten betreuende Person: Legen Sie eine Hygienemaske an und evaluieren sie die klinischen Kriterien und die Testkriterien. Die Kriterien werden regelmässig durch uns aktualisiert und auf unserer Webseite aufgeschaltet.
  4. Wenn die Testkriterien erfüllt sind, folgen Sie den für Ihren Kanton gültigen Anweisungen.
  5. Wenn Sie gemäss den Anweisungen die Tests in der Praxis durchführen dürfen: Legen Sie zusätzlich zu der Hygienemaske eine Schutzbrille an (wenn vorhanden) sowie Schutzhandschuhe und -mäntel.
  6. Führen Sie den Nasen-Rachenabstrich durch.
  7. Erklären Sie dem Patienten die BAG-Empfehlungen (PDF, 125 kB, 13.03.2020) für die Selbst-Isolation zu Hause und geben Sie das Merkblatt zur Selbst-Isolation schriftlich mit.
  8. Infomieren Sie den Patienten direkt über das Test-Resultat.

Welche Fragen muss ich einer Person stellen, die meine Praxis aufsucht und befürchtet, an COVID-19 erkrankt zu sein?

Hat die Patientin/der Patient Fieber und respiratorische Symptome?

  • Temperatur gemessen und ≥ 38°C? Seit wann?
  • Husten, Atembeschwerden? Seit wann?

Ist das Krankheitsbild der Patientin/des Patienten mit COVID-19 vereinbar?

  • Symptome, die für eine Erkrankung der Atemwege sprechen (Husten, Atemnot, Fieber)?

Gab es einen engen Kontakt zu einer Person mit respiratorischen Symptomen?

  • Falls ja, wurde bei der Person COVID-19 diagnostiziert?

Arbeitet der Patient in einer Gesundheitseinrichtung?

Liegt eine vorbestehende gesundheitliche Beeinträchtigung vor?

  • Bluthochdruck
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs

Kann ich in der Arztpraxis einen diagnostischen Abstrich durchführen und wie muss ich vorgehen?

Die Kantone legen das Verfahren für die Abklärung für Patienten mit COVID-19-kompatiblen Symptomen fest.

Sie können:

  • ein Spital bezeichnen, das die Verdachtsfälle aufsuchen müssen oder
  • die Ärztinnen und Ärzte den Abstrich in der Praxis vornehmen lassen.

Im letzteren Fall müssen Sie in der Arztpraxis einen Nasen-Rachen-Abstrich und einen Rachenabstrich vornehmen. Halten Sie dabei alle notwendigen Vorsichtsmassnahmen ein: Tragen einer Schutzbrille, einer Hygienemaske, eines Schutzkittels und von Handschuhen.

Die Proben können direkt an das Nationale Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen (NAVI)gesendet werden oder an ein anderes Labor, das die Erstdiagnostik für SARS-CoV-2 anbietet.

Das Auftragsformular für die Laboranalysen und alle Informationen finden Sie auf folgender Website: https://www.hug-ge.ch/laboratoire-virologie/centre-national-reference-pour-infections-virales

Warum empfiehlt das BAG jetzt keine FFP2-Maske mehr für den Nasen-Rachenabstrich?

Zu Beginn der COVID-19 Epidemie war unklar, ob sich das neue Coronavirus wie Masern oder Tuberkulose auch durch die Luft übertragen lässt (Aerosol-Übertragung) oder ob die Übertragung – wie bei der Grippe – via Tröpfchen erfolgt. Mittlerweile gibt es ausreichende wissenschaftliche Evidenz, dass es sich das neue Coronavirus über enge Kontakte und Tröpfchen überträgt.

Bei Tröpfchen-Infektion reichen Hygienemasken aus um zu schützen, wenn bei einem medizinischen Eingriff keine starke Aerosolbildung zu erwarten ist. Nasen-Rachenabstriche sind keine Eingriffe, die mit starker Aerosolbildung einhergehen, daher ist eine Hygienemaske ausreichend. Es ist allerdings eine Schutzbrille erforderlich, weil beim Abstrich Tröpfchen vom Patienten in die Augen des Untersuchers gelangen können. Ausserdem sollten Sie für den Abstrich Handschuhe und einen Schutzkittel anziehen.

FFP2-Masken sind nur dann als Schutz notwendig, wenn bei einem Patient Verdacht auf COVID-19 besteht und bei einem Eingriff eine starke Aerosolbildung zu erwarten ist (zum Beispiel Bronchoskopie, Reanimation, Absaugen mit offenem System, Nicht-invasive Beatmung).

Wann muss ich einen Test auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Beachten Sie dazu die Angaben im PDF «Verdachts-, Meldekriterien und Probeentnahme» auf der Seite Meldeformulare (unter COVID-19 Meldung).

Die behandelnden Ärztinnen/Ärzte können entscheiden, symptomatische Personen zu testen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, wenn dies zum Beispiel dem Schutz besonders gefährdeter Drittpersonen dient. Allerdings sollte nach Möglichkeit vermieden werden, dass Personen das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen, die nicht darauf angewiesen sind. Solange keine spezifische Behandlung verfügbar ist, hat ein Test keinen Einfluss auf die Therapie.

Muss bei einer asymptomatischen Person ein diagnostischer Test durchgeführt werden?

Ein diagnostischer Test muss nur durchgeführt werden, wenn eine Person Symptome aufweist. Es ist kein Test verfügbar, mit dem sich die Infektion während der Inkubationszeit nachweisen lässt. Bei einer asymptomatischen Person schliesst ein negativer Test das spätere Auftreten der Krankheit nicht aus und ist nicht indiziert. Der Test könnte Personen, die Hygienemassnahmen einhalten und auf das Auftreten von Symptomen achten müssen, in falscher Sicherheit wiegen.

Der diagnostische Test ist negativ, aber der klinische Zustand der Patientin/des Patienten verschlechtert sich, was soll ich tun?

  • Ein einzelnes negatives Testergebnis, insbesondere wenn es an einer Probe der oberen Atemwege und bei Krankheitsbeginn durchgeführt wird, schliesst eine Infektion nicht unbedingt aus.
  • Ein positives Ergebnis für einen anderen Krankheitserreger schliesst auch eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht unbedingt aus, da Ko-Infektionen möglich sind.
  • Wenn der Verdacht weiterbesteht, insbesondere wenn die Symptome schwerer werden, kann eine Wiederholung des Tests auf SARS-CoV-2 angezeigt sein.
  • Wir empfehlen, eine Infektiologin/einen Infektiologen zu kontaktieren und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Besteht Meldepflicht für COVID-19?

Ja. Die Verdachts- und Meldekriterien passen wir regelmässig der aktuellen Situation an. Beachten Sie deshalb die Angaben im PDF «Verdachts-, Meldekriterien und Probeentnahme» auf der Seite Meldeformulare (unter COVID-19 Meldung).

Darf eine an COVID-19 erkrankte Person zu Hause betreut werden?

Ein bestätigter Fall muss je nach klinischem Zustand im Spital oder zu Hause isoliert werden.

Wenn er/sie nach Hause (oder eine andere Unterkunft) zurückkehren kann, sollte er/sie folgende Punkte beachten:

  • Die kranke Person sowie die Personen, die im gleichen Haushalt leben, müssen Informationen über die persönliche Hygiene, die elementaren Präventions- und Kontrollmassnahmen erhalten und diese verstanden haben. Diese können auf unserer Webseite unter Dokumente heruntergeladen werden.
  • Die kranke Person muss wissen, wohin sie sich bei einer Verschlechterung der Symptome wenden kann und wie sie sich verhalten muss.

Die Selbst-Isolation zu Hause kann 48 Std. nach Abklingen der Symptome beendet werden, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind.

Was muss eine Person mit leichten bis mittelschweren Symptomen machen?

Menschen mit leichten bis mittelschweren Symptomen (mässiges Fieber und Husten) wird empfohlen, bis zu 24 Stunden nach dem Verschwinden der Symptome zu Hause zu bleiben (Selbst-Isolation).

Diese Personen sollten keine Gesundheitseinrichtung konsultieren, es sei denn:

  • sie gehören zu einer Gruppe von Personen, die als besonders gefährdet gelten,
  • sie haben Atemnot,
  • bereits vorhandene Atemwegssymptome verschlechtern sich.

Das Merkblatt zur Selbst-Isolation (PDF, 157 kB, 08.03.2020) finden Sie auf unserer Website.

Umgang mit Kontaktpersonen

Was soll ich einer Person empfehlen, die sagt, dass sie mit einem COVID-19 Fall in Kontakt gekommen sei?

Nur Personen, die mit einem bestätigten Fall in einem gleichen Haushalt leben oder die Intimpartner des Falles sollten sich freiwillig 5 Tage in Quarantäne begeben. Dies ist der Zeitraum in der die meisten Personen erste Symptome der Krankheit zeigen. Das Merkblatt zur Quarantäne (PDF, 140 kB, 08.03.2020) finden Sie auf unserer Webseite.

Alle anderen Personen sollten sich an die Hygieneregeln und Verhaltensempfehlungen der Kampagne «So schützen wir uns» halten.

Hat die Person keine Symptome, ist ein Test nicht indiziert. Denn es gibt keinen Test, mit dem sich eine Ansteckung sicher feststellen lässt, wenn keine Symptome vorhanden sind.

Besonders gefährdete Personen müssen beim Auftreten von Symptomen einen Arzt/eine Ärztin anrufen und sollten auf SARS-CoV-2 getestet werden.

Welche Empfehlungen gelten für Gesundheitsfachpersonen, die im Rahmen ihrer beruflichen Ausübung Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten?

Wurde während der gesamten Zeit des Kontakts zu einem bestätigten Fall adäquate Schutzausrüstung getragen, können die Personen normal weiterarbeiten.

War der Kontakt zu einem bestätigten Fall ungeschützt und eng, müssen Massnahmen getroffen werden. Ungeschützt und eng bedeutet:

  • Pflege oder medizinische Untersuchung (< 2m) ohne verwendete Schutzausrüstung
  • Direkter Kontakt mit Atemwegssekreten, Körperflüssigkeiten ohne verwendete Schutzausrüstung

Sind diese Kriterien erfüllt, müssen die Personen bei der Arbeit ständig eine Hygienemaske tragen und können unter strenger Beachtung der Handhygiene weiterarbeiten. Dies ermöglicht es, den Personalausfall während der Epidemie zu beschränken. Im Falle von Krankheitssymptomen muss gemäss den Swissnoso-Empfehlungen vorgegangen werden.

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