Bildungspolitik

Nachträglicher Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) in Pflege

Informazioni in italiano
Seit dem 1. Januar 2015 können Pflegefachpersonen nachträglich den Fachhochschultitel beantragen.
Hier finden Sie die wichtigsten Informationen dazu (Stand 03. Juli 2020).

1. Ziel des nachträglichen Fachhochschultitels

Mit dem nachträglich verliehenen Fachhochschultitel soll es Pflegefachpersonen mit einem altrechtlichen Schweizer Pflegediplom, z.B. KWS, PsyKP, AKP oder DNII, ermöglicht werden, ein Studium im Fachhochschulsystem zu absolvieren, etwa um ein Masterstudium in Pflegewissenschaften zu absolvieren (MScN).


Die Rechtsgrundlage des NTE in Pflege
Die Rechtsgrundlage ist die Verordnung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) über den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels. Im Merkblatt zum NTE in Pflege wird die Verordnung präzisiert.

Um einen NTE in Pflege zu erhalten, müssen Personen folgende Bedingungen bezüglich Pflegediplom, Weiterbildung und Berufspraxis erfüllen:

  • Altrechtliches Schweizer Pflegediplom + Höhere Fachausbildung Pflege Stufe 2 (HöFa II) + Nachweis Berufspraxis von mindestens zwei Jahren im einschlägigen Berufsfeld (mind. 75 %) nach dem 1. Juni 2001

ODER

  • Altrechtliches Schweizer Pflegediplom + Höhere Fachausbildung Pflege Stufe 1 (HöFa 1, zertifiziert von SBK, WE’G, Kaderschule, u.a.) + ein Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe oder eine gleichwertige Weiterbildung im Umfang von 200 Stunden oder 10 ECTS + Nachweis Berufspraxis von mindestens zwei Jahren im einschlägigen Berufsfeld (mind. 75 %) nach dem 1. Juni 2001

Ausländische Pflegediplome sind zum NTE leider nicht zugelassen, unabhängig davon ob sie vom SRK anerkannt wurden oder nicht.
Anpassungen bei den Berufstiteln aufgrund von Änderungen des Bildungssystems oder der Reglementierung von Ausbildungen können nur durch den Staat, der diese Titel erteilt hat, vorgenommen werden.

2.    Frist für die Einreichung des Dossiers

Die vom SBFI festgelegte Frist, um das Dossier einzureichen, läuft bis 2025.


3.    Wenn Sie die notwendigen Bedingungen erfüllen
Reichen Sie Ihr Dossier mit dem verlangten Formular und allen nötigen Unterlagen ein. Alle Informationen finden Sie unter diesem Link:
https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/hs/hochschulen/koordination-hochschulbereich/nachtraeglicher-erwerb-des-fachhochschultitels--nte-.html


4.    Wenn Sie die notwendigen Bedingungen nicht erfüllen
Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Gesuche, welche die Bedingungen des SBFI nicht erfüllen, keine Chance auf den NTE haben.


5.    Kosten
Die Kosten des schriftlichen Beschlusses des SBFI hängt davon ab, was Sie beantragt haben (Bearbeitungsgebühr, Diplomzusatz, Diplomurkunde).

Bearbeitungsgebühr:CHF 100.00
Diploma Supplement:+ CHF 20.00
Diplomurkunde:+ CHF 75.00

Zudem fallen beim Erhalt des NTE die Kosten für die Registrierung beim SRK an. Diese belaufen sich auf CHF 130.00.
Alle Kosten, welche im Zusammenhang mit einem NTE entstehen, sind von der gesuchsstellenden Person vollumfänglich selber zu tragen.

6.    Weiter gilt:
Die altrechtlichen Titel behalten ihre Gültigkeit, ohne zeitliche Begrenzung.
Die unter Punkt 1 genannten altrechtlichen Diplome berechtigen zum Führen des Titels dipl. Pflegefachfrau HF/dipl. Pflegefachmann HF, ohne weitere Anforderungen.
Es gibt keine Verpflichtung, den FH-Titel zu beantragen.


7.     Haltung des SBK zur Verordnung des WBF über den NTE in Pflege
Für den SBK ist die Verordnung des WBF über den NTE in Pflege diskriminierend und zu restriktiv. Ein Artikel von Brigitte Neuhaus, der ehemaligen Leiterin des Abteilung Bildung in der Krankenpflege 10/2019 zeigt die Haltung des SBK auf: «Nachträglicher Titelerwerb: amtlich bewilligte Diskriminierung». Mit einer äusserst restriktiven Verordnung verhindert der Bund, dass Pflegefachpersonen mit altrechtlichem Titel nachträglich den Bachelortitel erwerben können und so neue Karrieremöglichkeiten erhalten. Wie Politik und Justiz unumwunden zugeben, soll damit der Akademisierungsgrad bei den Pflegefachpersonen tief gehalten werden."
Der SBK hat in den letzten Jahren einige Mitglieder bei einem Rekurs gegen den Entscheid des SBFI unterstützt, leider jedoch in allen Fällen erfolglos.

8.    Weitere Meldungen zum Thema
NTE: Revision der Verordnung wird weiterhin angestrebt (Artikel im SBK-ASI Info der Krankennpflege 07/08 2020
NTE: Der SBK kämpft weiter (13.5.2016)
Sechs Rekurse eingereicht (20.10.2015)
Schneider Amann vernichtet Bildungsleistungen (Medienmitteilung vom 16.1.2015)
Präzisierungen zum NTE (20.1.2015)
NTE: Diskriminierende Verordnung tritt in Kraft (19.12.2014)
NTE: Vernehmlassung beendet (24.6.2014)
Vernehmlassungsantwort des SBK (15.4.2014)
NTE in Pflege: Inakzeptabler Vorschlag des SBFI (Medienmitteilung vom 30.1.2014)

 

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