Neuer Versorgungsbericht bestätigt Notwendigkeit der Pflegeinitiative

Der heute erschienene neue Versorgungsbericht von GDK, OdASanté und Obsan zeigt den dringenden Handlungsbedarf im Pflegebereich auf. Er bestätigt, dass eine Ausbildungsoffensive bei den diplomierten Pflegefachpersonen dringend ist und es Massnahmen braucht, um die die Ausgebildeten im Beruf halten. Nur so kann die pflegerische Versorgung gesichert und die Auslandsabhängigkeit reduziert werden. Genau das wird mit der Pflegeinitiative umgesetzt, über die am 28. November abgestimmt wird.

Der SBK begrüsst den neuen Versorgungsbericht. Er stellt die statistischen Daten der verschiedenen Berufsabschlüsse differenziert dar. «Das ist der richtige Weg», sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin vom SBK. «Der Bericht zeigt eindrücklich, dass zwischen Bedarf und Angebot von Pflegefachpersonal weiterhin eine grosse Lücke klafft und dringend eine Ausbildungsoffensive und vor allem auch Massnahmen zur Personalerhaltung ergriffen werden müssen. Allerdings wurden ein neues Berechnungsmodell und andere Betrachtungszeiträume verwendet. Das ist nicht nachvollziehbar, da so ein Vergleich mit dem Versorgungsbericht 2016 verunmöglicht wird.»
Der SBK bedauert zudem, dass der Bericht die zentrale Rolle der Arbeitsbedingungen für den Personalerhalt zwar anerkennt, aber keine umfassenden Massnahmen vorschlägt, um sie zu verbessern. «Um die Pflegequalität zu sichern, braucht es genug und qualifiziertes Pflegefachpersonal in allen Gesundheitsinstitutionen, das erreichen wir nur, wenn die Ausgebildeten im Beruf bleiben.» Um das zu erreichen und die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren bietet allein die Pflegeinitiative wirksame Lösungen an. Das Volk kann am 28.11.2021 die Missstände in der Pflege mit einem Ja zur Pflegeinitiative beheben und dem Parlament klare Handlungsanweisungen für die Gesetzgebung geben.

Abgebildet ist Situation vor Corona
Der Trend der Ausbildungsabschlüsse und die Annahmen über die Berufsverweildauer, auf die der Bericht abstützt, stammen aus dem Zeitraum vor der Pandemie. «Die Arbeitssituation vieler Berufsangehörigen hat sich seither verändert und vielerorts sogar verschlechtert, der Arbeitsdruck hat stark zugenommen. Die Leute sind erschöpft und ausgebrannt. Es gibt konkrete Hinweise, dass mehr Pflegende aus dem Beruf aussteigen oder das Pensum reduzieren, da die Belastung zu hoch ist», erklärt Yvonne Ribi. Dies werde in den Prognosen nicht berücksichtigt. «Diese Entwicklung betrifft den Akutbereich ebenso wie die Psychiatrie oder die ambulante und stationäre Langzeitpflege. Gerade Heime finden schlicht kein qualifiziertes Pflegepersonal mehr, was der Bericht auch bestätigt. In den Spezialbereichen der Intensiv- Anästhesie und Notfallpflege spitzt sich die Mangelsituation dramatisch zu. Die aktuelle Diskussion über die angespannte Lage der intensivmedizinischen Versorgung in der Schweiz zeigt das in aller Deutlichkeit.»

Statische Hypothesen
Der Bericht geht von der Hypothese aus, dass sich die Abschlusszahlen gleich entwickeln wie in den Jahren vor der Pandemie. Die effektiven Ausbildungszahlen hängen jedoch stark von der Attraktivität der Pflegeberufe im Vergleich mit anderen Branchen ab, vom öffentlichen Image und der konjunkturellen Entwicklung. Zwar scheinen die Anmeldezahlen mancherorts zuzunehmen, aber: «Eine Lehrstelle als FaGe ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten attraktiv und die Interessierten sind mehr als willkommen. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Ausbildung zu Ende führen, im Beruf bleiben und vor allem die Diplomausbildung in Angriff nehmen. Solange die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden, muss man leider davon ausgehen, dass viele die Pflege wieder verlassen.»

Praxisausbildung braucht genügend Berufsbildner:innen
Der SBK begrüsst, dass der Bericht explizit darauf aufmerksam macht, dass die Berufsbildner:innen eine Schlüsselrolle innehaben. Damit sie diese Aufgabe wahrnehmen können, braucht es genügend qualifiziertes Pflegepersonal auf allen Schichten. Sonst müssen die Berufsbildner:innen in der direkten Pflege aushelfen. Das gleiche gilt für die Lernenden und Studierenden.

Links
Versorgungsbericht 2021
Medienmitteilung GDK

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