Erfolgreiche Protestwoche: Gesundheitspersonal fordert Respekt und mehr Mittel

Die Mobilisierungswoche des Gesundheitspersonals wurde am 31.10.2020 mit einer letzten Aktion in Bern abgeschlossen. Rund 1’000 Delegierte des Gesundheitspersonals aus der gesamten Schweiz haben auf dem Bundesplatz eine Menschenkette gebildet.

Sie fordern eine eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und ihres Gesundheitsschutzes eingefordert. Dies sind insbesondere:

  • Corona-Prämie – 1 Monatslohn
  • Mehr Rechte am Arbeitsplatz – mehr Mitsprache und besseren Schutz
  • Bessere Arbeitsbedingungen – Umsetzung des Arbeitsrechts und Schluss mit Pflege à la minute      

Zahlreiche, auf der Teilnehmerliste eingeschriebene Delegierte konnten nicht nach Bern reisen: Einige waren krank, andere warteten auf das Resultat ihres Covid-Tests und weitere mussten Überstunden leisten, um kranke Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen. Es gibt sogar Mitarbeitende, die mit einem positiven Covid-19-Resultat arbeiten müssen, derweil für andere die «soziale Quarantäne» angeordnet wird: sie dürfen ihre Wohnung nur verlassen, um zu arbeiten.

Hier sind wir nun, und mit grosser Sorge stellen unsere Gewerkschaften und Verbände fest, dass man während der 2. Welle auf die gleichen absurden Entscheidungen wie im vergangenen März zurückkommt. So fordert beispielsweise der Dachverband H+ Die Spitäler der Schweiz, dass die Schutzbestimmungen im Arbeitsgesetz «aus dem Weg geräumt werden sollen». Dies ist aber vermeidbar, und wir Verbände werden für den (Gesundheits)Schutz des Personals kämpfen! Es darf nicht sein, dass das Gesundheitspersonal den Preis für die Versäumnisse der vergangenen Monate bezahlt.

Die mangelnde Vorbereitung der Gesundheitsbehörden lässt sich auch durch die andauernde Sparlogik erklären, die das Gesundheitssystem durchdringt und die dazu führt, dass die Behörden keinen zusätzlichen Rappen ins öffentliche und subventionierte Gesundheitswesen stecken wollen, selbst in Zeiten einer globalen Pandemie nicht.

Wir fordern den Bundesrat auf, eine erhebliche und ausserordentliche Finanzierung für den Gesundheitsbereich zu beschliessen – und zwar jetzt!

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