Schlag ins Gesicht für die ambulante Pflege

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen (SBK) und sein Fachverband Curacasa sind empört über den Entscheid des EDI, die Beiträge für die ambulante Pflege um 3.6% zu senken. Diese Kürzung ist nicht nachvollziehbar und torpediert den Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Für Yvonne Ribi, Geschäftsführerin SBK ist das „ein Schlag ins Gesicht der Pflegefachpersonen, die als Freiberufliche oder in der Spitex tagtäglich die so dringend benötigten Pflegeleistungen erbringen“. Die ebenfalls beschlossene Erhöhung der Beiträge für die Pflegeheime darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass in der ambulanten Pflege ohne korrigierende Massnahmen kaum mehr eine Kostendeckung möglich ist. Deshalb sieht der SBK nun die Kantone in der Pflicht, ihre Beiträge für die Restfinanzierung ab 01.01.2020 um mindestens den gekürzten Betrag anzupassen.

Die vom EDI versprochene grundsätzliche Besserstellung der Pflegefachpersonen wird mit der Revision nicht erreicht, im Gegenteil. Nach wie vor wird ein ärztlicher Auftrag für die Pflegeleistungen vorausgesetzt und die Anpassung beschränkt sich auf die Verordnungsstufe. Diese Veränderung erfüllt die Forderungen der eidgenössischen Volksinitiative „Für eine starke Pflege“ nicht. Yvonne Ribi betont: „Das Beispiel zeigt, wie wichtig die Pflegeinitiative ist. Sie schafft die notwendigen Grundlagen auf Gesetzesstufe welche es für die Rechtssicherheit braucht. Es braucht eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen, um unnötige und kostspielige administrative Leerläufe abzuschaffen und um den Pflegefachberuf aufzuwerten. Die Pflegefachpersonen haben es satt, Spielball der Politik zu sein», so Ribi.

Medienmitteilung EDI

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