Flüchtlinge als Betreuungshelfer

Stellungnahme des SBK zu einem Projekt, bei dem Flüchtlinge als BetreuungshelferInnen eingesetzt werden sollen.

Die Sendung «10 vor 10», SRF1, vom 18. Juli 2013, berichtete über ein Projekt, bei dem Flüchtlinge als Betreuungshelfer und -helferinnen eingesetzt werden. SBK-Vizepräsidentin Barbara Gassmann konnte sich in der Sendung ganz kurz dazu äussern. Im Folgenden nimmt der SBK ausführlicher Stellung zu Projekten, welche vorläufig Aufgenommene* als Betreuungshelfer in Institutionen des Gesundheitswesens vorsehen oder bereits einsetzen:

  • Die Absicht, Flüchtlinge als Betreuungshelfer und -helferinnen in dafür geeigneten Arbeitsgebieten in der Gesundheitsversorgung integrieren zu wollen, unterstützen wir grundsätzlich. Wir weisen jedoch auf wesentliche Bedingungen für das Gelingen entsprechender Projekte hin.
  • Um im Kontakt mit pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen tätig zu werden, ist die Kompetenz, sich in der ortsüblichen Landessprache verständigen zu können, wichtigste Voraussetzung. Diese Sprachkompetenz sollte vor dem Einsatz als BetreuungshelferIn erworben werden.
  • Sorgfältige Abklärungen und geeignete Rahmenbedingungen seitens der Betriebe sind unabdingbar.
  • Die BetreuungshelferInnen brauchen intensive und andauernde Anleitung und Begleitung im Arbeitsalltag und zwar von den qualifiziertesten Pflegenden, damit frühzeitig Überforderungen der BetreuungshelferInnen und/oder Qualitätseinbussen sowie Komplikationen in der Patientenbetreuung vermieden werden.
  • Die Pflegenden müssen personell gut dotiert, umfassend informiert/vorbereitet und mit dieser zusätzlichen Aufgabe in Anleitung und Begleitung einverstanden sein, haben sie doch jetzt schon viele verschiedene Auszubildende und Hilfspersonen, die unter ihrer Verantwortung tätig sind.
  • Die Gefahr, dass durch immer anspruchsvoller werdende Ausbildungs- und «Überwachungs»-Funktionen die eigentliche Pflegeaufgabe der qualifizierten Pflegefachpersonen zu kurz kommt und dadurch ihre Berufsmotivation sinkt, ist ernst zu nehmen.
  • «Betreuungshelfer SRK» sind kein Ersatz für fehlendes Personal.
  • Es besteht das Risiko, dass vorläufig Aufgenommene, welche sich in einer besonderen Abhängigkeitssituation befinden, von den Betrieben ausgenützt werden.

*Personen, deren Wegweisung aus der Schweiz nicht zumutbar oder unmöglich ist.

Link zum Beitrag in 10vor10

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