Pflegenotstand droht! Pflegende schlagen Alarm!

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) lancierte heute die Volksinitiative für eine starke Pflege, um so die Sicherheit der Patienten in Zukunft sicherzustellen.

Sie hat zum Ziel, den drohenden Pflegenotstand zu verhindern und damit die Sicherheit der Patienten und Patientinnen auch in Zukunft zu gewährleisten. Die Initiative verpflichtet  Bund und Kantone, in die Ausbildung im Pflegebereich zu investieren, die Rahmenbedingungen in der Praxis zu verbessern und die eigenverantwortliche Arbeit der Pflegefachpersonen gesetzlich anzuerkennen.

Der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal ist gravierend. Die Zunahme der bürokratischen Auflagen führt im Arbeitsalltag dazu, dass immer weniger Zeit für die Pflege der Patienten bleibt. Das gefährdet die Sicherheit der Patienten und führt bei den Pflegenden selber zu Stress und Ausbrennen. Die Aussteigerinnenquote aus dem Beruf ist enorm hoch. Fachpersonal fehlt in Heimen, im ambulanten Bereich und in Spitälern.

Diese Situation wird sich weiter verschärfen, wenn nicht endlich griffige Massnahmen getroffen werden. Die Zunahme an Menschen mit chronischen Krankheiten wird dazu führen, dass der Bedarf an Pflegeleistungen weiter ansteigen wird. Allerdings wird heute nicht einmal die Hälfte der in Zukunft benötigten Pflegefachpersonen ausgebildet. Über alle Ausbildungsstufen sind es ebenfalls nur 56 Prozent[1]. Für die Sicherheit der Patienten ist das fatal: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Komplikationen zunehmen und Sterberaten steigen, wenn der Anteil an diplomierten Pflegefachpersonen im Pflegeteam zu tief ist[2].

Die Pflegefachpersonen können dieser Entwicklung, die durch den enormen Kostendruck noch vorangetrieben wird, nicht länger zusehen. Ihr Berufsverband SBK-ASI mit seinen rund 25 000 Mitgliedern fordert mit der Volksinitiative, dass in die Rahmenbedingungen der verschiedenen Pflegeberufe investiert wird. Damit sollen mehr junge Menschen einen Pflegeberuf ergreifen und nach der beruflichen Grundbildung die höhere Berufsbildung zur diplomierten Pflegefachperson absolvieren. Ausgebildetes Personal soll dank guten Anstellungsbedingungen länger im Beruf gehalten werden oder zum Beispiel nach einer Familienpause wieder einsteigen.

Unterlagen Pressekonferenz vom 17.1.2017

Medienmitteilung

Redebeiträge ReferentInnen Pressekonferenz:

Initiativtext

Initiativkomitee

Argumentarium

Bilder

Helena Zaugg, Präsidentin SBK-ASI

 

Documenti in italiano

Comunicato stampa

Testo di Marina Carobbio, Consigliera nazionale PS/TI

Testo della iniziativa

Argumenti

Link: www.per-delle-cure-infermieristiche-forti.ch  

 

[1] Schweizerische Konferenz der Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren GDK/Organisation der Arbeitswelt Gesundheit OdASanté (2016). Nationaler Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe. Personalbedarf und Massnahmen zur Personalsicherung auf nationaler Ebene, S. 47.

[2] Griffiths P. et al. BMJ Open 2016; 6:e008751. doi:10.1136/bmjopen-2015-008751.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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