PflegeexpertInnen APN: Schweizer Pflegeorganisationen setzen sich für klare Profile ein

PflegeexpertInnen APN (Advanced Practice Nurses) tragen auch in der Schweiz immer häufiger zu einer hochstehenden pflegerischen Versorgung bei. Bis anhin arbeiten sie jedoch ohne einen reglementierten Rahmen. Die Pflegeorganisationen SBK, Swiss Nurse Leaders, VFP, IG Swiss ANP sowie die Lindenhof Stiftung Bern treiben mit einem neu gegründeten Verein die Reglementierung der PflegeexpertInnen APN voran.

v.l.n.r.: Sabin Zürcher (Vorstand), Mario Desmedt, Iren Bischofberger, Jean-Luc Tuma (Vorstand), Andrea Ullmann-Bremi (Vorstand), Yvonne Willems-Cavalli (Präsidentin), Eva Horvath, Ruth Schweingruber, Roswitha Koch (Vorstand), Andrea Oppliger, Sophie Ley

PflegeexpertInnen APN (1) tragen insbesondere in skandinavischen und angelsächsischen Ländern zum Teil seit Jahrzehnten zu einer hochstehenden Gesundheitsversorgung bei. Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Advanced Practice Nurses, die in verschiedensten Bereichen arbeiten. Allerdings gibt es hierzulande bis anhin keine klar definierte Reglementierung der PflegeexpertInnen APN. Im Gesundheitsberufegesetz (GesBG), welches voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft treten wird, wurde die Masterstufe Pflege nicht geregelt, obwohl sich die Pflegeorganisationen stark dafür eingesetzt hatten.

Um diese Lücke zu schliessen, haben die vier Pflegeorganisationen SBK, Swiss Nurse Leaders, VFP, IG Swiss ANP (2) und die Lindenhof Stiftung Bern den Verein "APN-CH: Organisation der Reglementierung" gegründet. Der Verein hat zum Ziel, einheitliche Kriterien zu definieren, die Pflegefachpersonen dazu berechtigen, den Titel PflegeexpertIn APN zu tragen. Dazu gehören Vorgaben unter anderem im Bereich Aus- und Weiterbildung, Berufserfahrung und professionelle Praxis.

Für Roswitha Koch, Leiterin der Abteilung Pflegeentwicklung des SBK und zuständig für das Projekt, ist es zentral, dass die Rolle der Advanced Practice Nurses endlich reglementiert wird: "APN sind bereits in zahlreichen Versorgungsbereichen aktiv und leisten dort einen grossen Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden und zukunftsweisenden Versorgung. Gerade bei Menschen mit komplexen Krankheitsbildern können die Versorgungsqualität steigern, ob nun in der Grundversorgung oder in spezialisierten Settings. Doch es braucht dringend einen klar definierten Rahmen, welche Voraussetzungen sie mitbringen müssen. Dabei kann sich die Schweiz auf international anerkannte Modelle stützen, die sich weltweit etabliert haben."

Regula Lüthi, die Präsidentin der Swiss Nurse Leaders, ist überzeugt, dass das Pflegemanage-ment die Arbeiten des Vereins als hilfreiche Unterstützung in Personalrekrutierungsprozessen erleben wird und dass die Qualitätskriterien zur Patientensicherheit beitragen werden. Mit dem neugegründeten Verein können die wichtigsten Pflegeorganisationen eine einheitliche Position portieren. "Ich bin überzeugt, dass wir dank der guten Mischung aus Pflegewissenschaft und Pflegemanagement und nicht zuletzt der grosszügigen Unterstützung der Lindenhof Stiftung Bern einen guten Weg eingeschlagen haben, um die Reglementierung voranzutreiben."

Der Verein "APN-CH: Organisation der Reglementierung" wurde am 11.11.2019 gegründet. In den Vorstand gewählt wurden Yvonne Willems Cavalli (Präsidentin), Andrea Ullmann-Bremi, Jean-Luc Tuma, Roswitha Koch sowie Ursula Wiesli.

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 (1) PflegeexpertInnen APN sind Pflegefachpersonen mit einem Masterabschluss in Pflege (Nursing Science), welche sich Expertenwissen, Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung bei komplexen Sachverhalten und klinische Kompetenzen für eine erweiterte pflegerische Praxis angeeignet haben.

(2)  SBK: Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen; Swiss Nurse Leaders: Dachorganisation des Pflegemanagements; VFP: Verein für Pflegewissenschaft; IG SwissANP: SBK Interessengruppe für Advanced Nursing Practice

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