NTE in Pflege: Diskriminierende Verordnung tritt in Kraft

Das WBF bleibt bei der für Pflegefachpersonen restriktiven Lösung, zur Enttäuschung des SBK und von über 1100 SBK-Mitgliedern, die sich für eine offene Lösung ausgesprochen haben.

Anstatt die Karrieremöglichkeiten für Pflegefachpersonen zu fördern, schliesst das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) von Bundesrat Johann Schneider Ammann 80 Prozent der Berufsangehörigen mit einer bewährten Weiterbildung vom nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE in Pflege) aus. Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK ist über den diskriminierenden Vorschlag zutiefst enttäuscht.

Am 18. Dezember 2014 veröffentlichte das WBF die Änderung zur Verordnung über den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels NTE in Pflege. Die Änderung, auf die man seit fast zehn Jahren gewartet hat, legt fest, unter welchen Voraussetzungen Pflegefachpersonen den Fachhochschultitel nachträglich erlangen können, wie es für Hebammen, ErgotherapeutInnen, ErnährungsberaterInnen und PhysiotherapeutInnen seit 2009 möglich ist.

Der 26000 Mitglieder zählende Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK ist über diesen Entscheid zutiefst enttäuscht. Die Freude darüber, dass der Bundesrat endlich die Notwendigkeit eingesehen hat, dass für die Pflege ein NTE eingeführt werden muss, wird massiv getrübt durch diskriminierenden Voraussetzungen, die Pflegefachpersonen erfüllen müssen, um zum NTE zugelassen zu werden. So werden eine Vielzahl neuerer qualitativ hochstehender Nachdiplomstudiengänge (CAS, DAS) gar nicht erst in Betracht gezogen, ebenso wenig wie bewährte Nachdiplomstudiengänge, die bei anderen Gesundheitsberufen zum NTE berechtigen, so zum Beispiel ein NDS in Intensivpflege.

Das bedeutet, dass mehr als 80 Prozent der Berufsangehörigen, mit einer bewährten und zertifizierten Weiterbildung und einer soliden Berufserfahrung keinen Anspruch auf den NTE haben – obwohl mehrere Kantone, Verbände und Arbeitgeber sich dafür ausgesprochen haben, und obwohl mehr als 1100 Mitglieder des SBK in einer privaten Eingabe sich für eine offene Lösung ausgesprochen haben.

Für den SBK ist dieser Entscheid absolut unverständlich, da er weder persönliche noch institutionelle Investitionen in die Weiterbildungen berücksichtigt und zudem die Karrieremöglichkeiten von einer grossen Zahl von erfahrenen Pflegefachpersonen blockiert, anstatt ihnen neue berufliche Perspektiven zu geben. Das ist vor dem Hintergrund des Personalmangels in der Pflege ein völlig falsches Signal.

Für den SBK ist der Entscheid vor den Festtagen ein sehr bittere Pille und er zieht weitere Schritte in Erwägung.

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