Vernehmlassung zum Elektronischen Patientendossier

Der SBK begrüsst in seiner Stellungnahme die geplante Einführung eines elektronischen Patientendossiers im Hinblick auf die Patientensicherheit und Versorgungsqualität.

Der SBK hat an der Vernehmlassung zum Ausführungsrecht zum Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) teilgenommen. Er begrüsst die Absicht des elektronischen Patientendossiers EPD sehr, da die Patientensicherheit und die Versorgungsqualität in engem Zusammenhang mit dem praktischen Informationsaustausch zusammenhängen. Für den SBK ist es zudem zentral, dass der Zugriff auf das EPD den Gesundheitsfachpersonen und dem Patienten vorbehalten ist. Der Zugriff für Versicherer, Arbeitgeber und Gesundheitsbehörden ist nicht zulässig.

Der SBK betont in seiner Stellungnahme zudem folgende Punkte:

  • Das Löschen oder die Vernichtung des Patientendossiers nach 10 Jahren ist problematisch, denn wichtige medizinische Information sollten lebenslang zur Verfügung stehen. (Impfungen, Allergien, chronische Erkrankungen u.a.)
  • Aufgabenbereiche und Verantwortung für Gesundheitseinrichtungen und Gemeinschaften werden erheblich sein, vor allem weil die Regelung von Prozessen und Zuständigkeiten komplex ist.
  • Die seitens Bund angekündigte informierende und koordinierende Unterstützung zur Einführung und Verbreitung des EPD erachtet der SBK als zwingend, wenn die Umsetzung in den vorgeschriebenen Zeiträumen realisiert werden soll.
  • Es braucht zwingend ein einheitliches zentrales Berufsregister, damit die Gesundheitsfachpersonen die Daten effizient bewirtschaften können.

Die Orientierung an internationalen Standards zur Datenhaltung und Datenübertragung begrüsst der SBK sehr. Ein Risiko sieht er in der Vermischung von Aufgaben im Primärsystem (Klinikinformationssysteme) und im Sekundärsystem EPD.

Gemäss des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier EPDG vom 19. Juni 2015 soll das EPD dezentral abgelegte behandlungsrelevante Daten einer Patientin oder eines Patienten in einem Abrufverfahren den an der Behandlung beteiligten Gesundheitsfachpersonen zugänglich machen. Die Patientin oder der Patient hat die Möglichkeit, selber eigene Daten (z. B. Informationen über Allergien oder Kontaktdaten von im Notfall zu benachrichtigenden Personen) in ihr oder sein elektronisches Patientendossier hochzuladen und diese damit den behandelnden Gesundheitsfachpersonen zugänglich zu machen.

Das Gesetz soll Anfang 2017 in Kraft treten.

Link zum Gesetz und weiteren Informationen.

 

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/gesetzgebung/gesetzgebung-mensch-gesundheit/gesetzgebung-elektronisches-patientendossier.html

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