Offener Brief an den Schweizerischen Bundesrat

Aufgrund einer Analyse des EDA verzichtet die Schweiz wegen neutralitätspolitischer Bedenken auf die Aufnahme von verletzten und kranken Menschen aus der Ukraine, die dringender medizinischer Behandlung bedürfen.

Die Erwägungen, die zu diesem Entschluss geführt haben, sind für den Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) nicht nachvollziehbar. Der Entscheid lässt sich nicht mit der humanitären Tradition – und den humanitären und völkerrechtlichen Verpflichtungen - der Schweiz vereinbaren.

Als Folge vielfach belegter Verletzungen des Kriegsvölkerrechts (wie der Zerstörung von Spitälern) steht das ukrainische Gesundheitswesen vor dem Kollaps. Verwundete Soldat:innen und Zivilist:innen, aber auch Menschen, die an schweren Krankheiten leiden, können nicht angemessen oder gar nicht behandelt werden.


An dieser Stelle erklären wir uns mit unseren ukrainischen Kolleg:innen solidarisch, die mutig und unermüdlich alles geben, um unter schwierigen und gefährlichen Umständen die pflegerische Versorgung aufrechtzuerhalten.
Der SBK ist sich der aktuellen Belastungen unseres Gesundheitswesens wohl bewusst. Aber für ihn steht ausser Frage, dass die Aufnahme und Behandlung verletzter oder kranker Menschen aus der Ukraine prioritär und humanitär zwingend geboten ist.


In Übereinstimmung mit unserem ethischen Kodex und den elementaren Geboten der Menschlichkeit bittet der SBK im Namen der Pflegenden der Schweiz den Bundesrat, auf seine Haltung zurückzukommen.

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