|
Der SBK unterstützt das Referendum zur Managed Care Vorlage
Ja
zu echten integrierten Netzwerken – nein zur
Zweiklassenversorgung
Der SBK-Zentralvorstand hat beschlossen, das Referendum gegen
die Managed-Care-Vorlage zu unterstützen, da die Vorlage des
Parlaments die Voraussetzungen für die auch vom SBK
geforderten neuen Versorgungsmodelle nicht erfüllt.
·
Solche Versorgungsmodelle müssen für alle unabhängig von der
gewählten Versicherung zugänglich sein.
Alle Krankenversicherer müssten verpflichtet werden,
Netzwerkmodelle in gleicher Qualität anzubieten.
·
Es darf zu keiner Rationierung von medizinischen und
pflegerischen Leistungen kommen.
Mit dem neuen System müssten die Managed-Care-Netze Budgetziele
einhalten. Dies schafft für die Ärzte Anreize, insbesondere
teure Behandlungen restriktiv zu verordnen oder ganz darauf zu
verzichten. Eine solche Rationierung trifft vor allem chronisch
kranke und alte Menschen.
·
Die freie Wahl von Spitälern und Pflegeheimen muss gesichert
bleiben.
Würde die Vorlage umgesetzt, erhielten Ärztenetzwerke das Recht,
mit einzelnen Spitälern und Pflegeheimen Exklusivverträge
abzuschliessen. Patienten und Patientinnen könnten so gezwungen
sein, in eines dieser Spitäler oder Heime einzutreten – auch
wenn die Qualität und die Arbeitsbedingungen dort unbefriedigend
sind.
·
Der Pflege muss innerhalb der Netzwerke eine zentrale Rolle
zukommen.
Die heutigen Modelle der integrierten
Versorgung zementieren die alleinige Verantwortung der Ärzte.
Der SBK will, dass der eigenständige Bereich der Pflege auch in
eigener Verantwortung ausgeführt werden kann, wie dies die
Parlamentarische Initiative zur Verankerung der „Verantwortung
der Pflege im KVG“ verlangt. Diese Fachverantwortung käme
insbesondere in den neuen Netzwerken zum Tragen.
·
Der Anreiz, sich in einem Netzwerk behandeln zu lassen, soll in
erster Linie ein qualitativer und nicht nur ein finanzieller
sein.
Mit der aktuellen Vorlage müssen künftig alle Patientinnen und
Patienten zusätzlich zur Franchise von mindestens 300 Franken 15
statt 10 Prozent der Behandlungskosten selber tragen, bis zu
einem Gesamtbetrag von 1000 Franken. Viele chronisch kranke und
alte Menschen würden zudem ihre langjährigen Vertrauensärzte
verlieren und aus finanziellen Gründen in ein anonymes Netzwerk
gezwungen.
Fazit:
Mit dieser Managed-Care-Vorlage würde einmal mehr eine
unbefriedigende Scheinlösung geschaffen, mit erheblichen
qualitativen Einbussen für die Patienten und die
Gesundheitsversorgung. Sie ist deshalb abzulehnen.
Wer das Referendum unterstützen will, findet unter
www.nein-zur-mogelpackung.ch
Unterschriftenbogen zum Ausdrucken.
|