Aktuell

17.11.2014

Die Alliance Santé MEI* warnt bei einer Annahme der Ecopop-Initiative vor einem Totalschaden für die Gesundheits- und Sozialbranche.
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Kat: News
12.11.2014

Der SBK freut sich, dass der Bundesrat einen Entwurf für das Gesundheitsberufegesetz erarbeitet. Insbesondere das aktive Berufsregister ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Berufsqualität.
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«Krankenpflege»

Misshandlung von Bewohnern in einem Alterszentrum in Basel

18. Juni 2014

In einem Alterszentrum in Basel wurden betagte Menschen misshandelt (Medienmitteilung des SBK)

Misshandlung von Betagten im Alterszentrum Weiherweg Basel

Der SBK ist bestürzt über den Fall von Misshandlungen von Bewohnern in einem Basler Altersheim durch eine Auszubildende und zwei Männer, die im Rahmen der beruflichen Eingliederung im Heim tätig waren. Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass die persönliche Integrität der Personen, die mit hilfebedürftigen Menschen arbeiten, genau abgeklärt wird.

Der bedauerliche Vorfall in Basel macht vor allem eines deutlich: Nicht alle Menschen sind in der Lage, mit der Verantwortung umzugehen, die die Arbeit mit hilfebedürftigen Menschen mit sich bringt, die praktisch immer ein Machtgefälle beinhaltet. Die beiden jungen Männer und die junge Frau waren ganz offensichtlich nicht dazu in der Lage.

Für den SBK ist es zentral, dass die Umstände, die dazu geführt haben, dass die Misshandlungen möglich waren, genau abgeklärt werden.

Abgesehen davon möchte der SBK festhalten:

  • Die Aussage von Carlo Conti (Gesundheitsdirektor BS und Präsident der GDK), in der gestrigen Sendung von 10vor10, in „anderen Fällen handelte es sich bei den Tätern um Pflegefachpersonen“ ist falsch. In St. Gallen im März letzten Jahres entpuppte sich die „Teufelspflegerin“ letztlich als Küchenhilfe, im Fall Hochweid im Januar 2014 war die Täterin eine Fachangestellte Gesundheit (FaGe). Wir erwarten gerade von einem Gesundheitspolitiker, dass er korrekte Aussagen macht und nicht den Berufsstand der Pflegefachpersonen als Ganzes diffamiert.
  • Forderungen, den Personalnotstand in der Pflege mit Langzeitarbeitslosen oder wie im vorliegenden Fall Personen zu beheben, die so beruflich integriert werden sollen, sind verantwortungslos und zeugen von einem eklatanten Unwissen darüber, was es heisst, mit pflegebedürftigen Menschen zu arbeiten. Es braucht für diese Arbeit ein grosses Verantwortungsbewusstsein und stabile ethische Grundwerte, um mit dem fast immer vorhandenen Machtgefälle umzugehen. Aus diesem Grund sind ethische Prinzipien nicht nur in der Ausbildung  der Pflegefachpersonen ein zentrales Thema, sondern jede diplomierte Pflegefachperson ist dem Ethik-Codex des International Council of Nurses verpflichtet. Der SBK veröffentlicht regelmässig Positionspapiere, welche ethische Fragestellungen behandeln, und stellt diese seinen Mitgliedern zur Verfügung. So zum Beispiel auch den ethischen Standpunkt 4 zu „Misshandlungen von Patientinnen oder BewohnerInnen durch Pflegefachpersonen“.
  • Weil es zu Übergriffen auch von Seiten von diplomierten Pflegefachpersonen kommen kann, braucht es die rechtlichen Mittel, fehlbare Personen dauerhaft vom Beruf auszuschliessen. Ein aktives Berufsregister würde diese Möglichkeit bieten und könnte im Rahmen des neuen Gesundheitsberufegesetzes eingeführt werden.

Nicht zuletzt möchte der SBK daran erinnern, dass im Bereich Pflege über 186‘000 Personen auf unterschiedlichen Kompetenzebenen beschäftigt sind, die sich täglich während 24 Stunden professionell und mit grosser Menschlichkeit um die zahlreichen ihnen anvertrauten PatientInnen kümmern.

Für Fragen steht zur Verfügung

Yvonne Ribi, Geschäftsführerin SBK Schweiz, Tel. 031 388 36 36