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«Krankenpflege»

NTE Pflege: Inakzeptabler Vorschlag des SBFI

30. Januar 2014

Der SBK ist verärgert über den Vorschlag des SBFI zum nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels für Pflegefachpersonen.

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK ist verärgert über den Vorentwurf des Staatssekretariats für Bildung Forschung und  Innovation (SBFI) zum nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) für Inhaberinnen eines altrechtlichen Pflegediploms und lehnt diesen vehement ab. Die nach fast zehn Jahren Wartezeit präsentierte Lösung diskriminiert Pflegefachpersonen massiv gegenüber anderen Gesundheitsberufen.

Seit mehr als zehn Jahren werden die Ausbildungen im Bereich Gesundheit auf Fachhochschulstufe angeboten. Seither fordern die Pflegefachpersonen ein Reglement zum Nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE), analog zu den seit 2009 geltenden Regelungen für Hebammen, ErgotherapeutInnen, ErnährungsberaterInnen und PhysiotherapeutInnen.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI präsentiert nun endlich einen Vorentwurf, der den Zugang zum NTE jedoch äusserst restriktiv regelt und InhaberInnen altrechtlicher Diplome diskriminiert – und zwar gegenüber anderen Gesundheitsberufen, aber auch untereinander.

Dies erstaunt, denn sowohl die OdASanté, der SVBG als auch die Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK haben sich anlässlich einer ersten internen Anhörung des SBFI deutlich für eine offenere Regelung ausgesprochen. Trotzdem entspricht der heutige Vorschlag im Wesentlichen dem breit kritisierten Entwurf vom Frühling 2013.

90 Prozent sind ausgeschlossen

Besonders stossend ist für den SBK, dass eine grosse Zahl von Pflegefachpersonen mit einer altrechtlichen Nachdiplomausbildung (bspw. Intensivpflege, Anästhesiepflege, Notfallpflege etc.) gar nicht erst berücksichtigt oder zugelassen sind. Tatsächlich soll der NTE nur für Absolventinnen einer Höheren Fachausbildung in Pflege Stufe II (HöFa II) oder Höfa I (letztere nur mit einem zusätzlichen Nachdiplomkurs auf Fachhochschulniveau) möglich sein.

Das bedeutet, dass über 90 Prozent der Fachleute, die aufgrund einer anerkannten altrechtlichen Nachdiplomausbildung sowie mehrjähriger beruflicher Praxis ausreichend qualifiziert wären, nicht für den NTE zugelassen sind. Diese Diskriminierung ist für den SBK unhaltbar.

Kosten sind kein Argument

Diese vom SBFI gewollte Limitierung des Zugangs zum NTE kann nicht mit finanziellen Argumenten begründet werden. Die betroffenen Personen besitzen bereits heute Diplome, die sie zu einem höheren Lohn berechtigen – der NTE würde also wenig bis keinen Einfluss auf die Lohnsumme haben.

Auf nur fünf Jahre beschränkt

Zudem sieht der Entwurf vor, dass der NTE für alle Berufe nur bis 2020 möglich sein soll. Das bedeutet, dass Pflegefachpersonen lediglich etwa fünf Jahre Zeit hätten, um den NTE zu beantragen – während es bei den anderen Gesundheitsberufen elf Jahre, bei technischen, ökonomischen oder kreativen Berufen wie Architekten oder Ingenieuren die Frist gar 20 Jahre dauert! Für den SBK ist diese zeitliche Begrenzung eine grobe Diskriminierung des mehrheitlich von Frauen ausgeübten Berufs Pflege.

SBFI erreicht selbstgesetzte Ziele nicht

Der SBK erwartet, wie die Organisationen der Arbeitswelt und die GDK, dass die Regelung zum NTE ausgeweitet wird, um „möglichst vielen Fachkräften den nachträglichen Titelerwerb zu ermöglichen“, wie dies im Newsletter Masterplan Pflege erwähnt wurde. Nur so wird es möglich sein, die vom SBFI im erläuternden Bericht selbst deklarierten Ziele zu erreichen:

  • Erleichterung des Zugangs zu Aus- und Weiterbildung auf Hochschulstufe, insbesondere in Bezug auf konsekutive Masterstudiengänge
  • Förderung der Durchlässigkeit des Bildungssystems
  • Anrechnung erworbener Bildungsleistungen
  • Transparenz in Bezug auf den aktuellen Stand der Kompetenzen
  • Verlängerung der Verweildauer von qualifizierten und engagierten Fachkräften im Beruf
  • Erhöhung der Attraktivität des Berufes
  • Linderung des Fachkräftemangels

Neben der berufsinternen Diskriminierung und der Ungleichbehandlung mit anderen Gesundheitsberufen, bedeutet der aktuelle Vorschlag eine Abwertung der altrechtlichen Diplome und Nachdiplomweiterbildungen. Deshalb lehnt der SBK den Vorentwurf des SBFI für einen NTE vollumfänglich ab.

Nur ein fairer NTE, welcher die (Weiter)Bildungsleistungen und Praxiserfahrungen der altrechtlichen DiplominhaberInnen anerkennt, wird dazu führen, dass der Pflegeberuf auch für langjährige Fachpersonen attraktiv bleibt. Um den Fachkräftemangel zu lindern ist es von grosser Bedeutung, dass diese Fachpersonen im Beruf verweilen, sich neues Wissen aneignen und mit ihrer Kompetenz und Erfahrung das Gesundheitswesen stützen.

Für Fragen stehen zur Verfügung:

Brigitte Neuhaus, Leiterin Abteilung Bildung SBK, 031 388 36 36

Barbara Gassmann, Vizepräsidentin SBK, 031 388 36 36

Dokumente: